Historie

Peter Ebeling, Baujahr 1938, besitzt von Geburt an Benzin im Blut.
Er machte seine kaufmännische Lehre bei VW in Wolfsburg. Anfang der 1960er zog er im Maico nach West-Berlin, arbeitete bei der Fa.Eduard Winter in der Hasenheide und baute sich bald aus zwei Unfallfahrzeugen seinen ersten eigenen Käfer zusammen.
Als er Anfang der 1970er bereits bemerken mußte, dass die Ersatzteilversorgung für ganz frühe Käfer langsam mager wurde, begann er, schrottreife Brezel und Ovali auszuschlachten, um Teile zu bergen und einzulagern. Denn sein Herz schlug speziell für die ganz frühen Modelle.
Bald suchte er in diversen Autozeitschriften wie "Gute Fahrt nach Gleichgesinnten und lernte jede Menge Leute kennen, die genauso käferverrückt waren wie er.


1975 wurde zwecks Schrauben am eigenen Fahrzeug eine baufällige Remise im 2. Hof eines Wohnhauses in der Thomasstrasse 53 in Berlin-Neukölln angemietet.

Dort wurden etliche alte VW geschlachtet, repariert, begutachtet. Aus ganz Deutschland, ja aus der ganzen Welt kamen die Käferenthusiasten, um in der Thomasstrasse das gesuchte VW-Teil zu ergattern. Bald quoll das Lager aus allen Nähten, so dass sich Peter Ebeling in West-Deutschland nach Unterstellmöglichkeiten für seine mittlerweile beträchtlich angewachsene Käfersammlung umsehen mußte.

1989 wurde das, was zunächst nebenberuflich betrieben wurde, zu Peters Hauptberuf. Die Firma Peter Ebeling wurde so, wie sie heute noch besteht, ofiziell gegründet.
Peter verkaufte seine Teile nicht nur über den Ladentisch, sondern  versendete die Teile mit der Post in die ganze Welt. An etlichen Wochendenden wurde der LT vollgepackt und es ging auf die großen Teilemärkte nach Mannheim, Ulm, Bockhorn, Recklinghausen.

2004 erfolgte der erste große Umzug nach Oberschöneweide in die Wilhelminenhofstr.


Das neue Domizil war größter und auf die Fläche angerechnet preiswerter. Man war alleine auf dem Grundstück und mußte sich nicht mit Nachbarn rumschlagen, die sich über den Schrott im Hof aufregten. Peter konnte auch seine Fahrzeuge jetzt komplett vor Ort unterbringen und auch die großen Karosserieteile waren von nun an sofort greifbar. Im übrigen war Peter schon seit längerm nicht mehr alleine in seinem Paradies. Schon in der Thomasstrasse wälzte er die ungeliebten Büroarbeiten gerne auf seine Frau Carola ab, die ebenfalls mit dem Käfervirus infiziert war und ihm durch ihre Kenntnisse aus ihrer kaufmännischen Ausbildung unter die Arme greifen konnte. So hatte Peter mehr Zeit für seine Kunden und die Beschaffung der Teile.                                                                                                                                                                                            

Mittlerweile lebte man schon lange nicht mehr nur von Gebrauchtteilen aus Schlachfahrzeugen, sondern konnte auf ein großes Angebot an reproduzierten Teilen zurückgreifen. Denn die zunächst nur von leicht verschrobenen Typen betriebene Oldtimerei ist mittlerweile eine Geldruckmaschine geworden und die Szene kommerzialisierte sich zusehend. Doch nicht nur alte Autos wurden immer gewinnversprechender, sondern auch Immobilien. Das gemietete Grundstück wechselte 2012 den Besitzer. Der neue Eigentümer grüßte sofort mit einer saftigen Mieterhöhung in der Hand. Das tat er dann alle zwei Jahre erneut. 2017 beschlossen wir dann einen weiteren Umzug, denn für 2018 stand ja eine weitere Erhöhung des Mietzinses an. Außerdem ging Peter auf das 8.Jahrzehnt seines Lebens zu. Das große Grundstück wurde langsam zu beschwerlich. Peters Rücken machte zunehmend Probleme, schrauben ging schon lange nicht mehr, immer öfter mußte Peter seine Zeit im Büro verbringen. Große und schwere Pakete konnte er nicht mehr alleine packen.

2018 erfolgte dann der Umzug nach Hoppegarten bei Berlin.
Viele große und sperrige Ersatzteile zogen nicht mehr mit, sondern wanderten in den Besitz jüngerer Mitbewerber aus dem polnischen Nachbarland. Denn in Hoppegarten stand uns weniger als die Hälfte an Platz zur Verfügung.

Ende 2018 erkrankte Peter Ebeling sehr schwer und kann seit dem die Tätigkeit in seiner Firma nur noch stark eingeschränkt und von zu Hause aus ausführen. Seine Frau Carola, die bisher sich um Büro und Buchhaltung kümmerte, musste nun an die Front und führt das Geschäft seit dem im Kleinen weiter. So kann das Lebenswerk von Peter Ebeling, wenn auch nicht so wie einst, weiter bestehen. Denn Peters Herz schlägt nach wie vor für den VW-Käfer, speziell für die ganz frühen Modelle.

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