Über uns

Der Käfer:

Die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders in den 1950er ist untrennbar mit Volkswagen und dem Käfer verbunden.

Entwickelt von einem gewissen Herrn Ferdinand Porsche, fuhr der erste Käfer 1938 als Prototyp zum Tor des Volkswagenwerkes zur Stadt des KdF-Wagens hinaus. Mit Kübelwagenaufbau oder Schwimmwagenwanne wurde er in die Schlacht des 2. Weltkrieges geschickt. Von den Engländern nach Kriegsende aufgepäppelt, legte der Käfer unter Volkswagenchef Heinrich Nordhoff eine beispiellose Karriere hin. Gab es ihn zunächst nur als Limousine, konnte man ihn 1950 auch als Cabrio kaufen. 1951 waren bereits 1.000 000 luftgekühlte Krabbeltiere auf unseren Straßen unterwegs. Durch die Rückscheibe gab es ab 1953 ungeteilte Aussicht auf den Hintermann, auch der Schaltvorgang war Dank eines teilsynchronisierten Getriebes kein Geheimnis mehr. 1954 bekam der 25-PS- Motor 5 PS mehr.

Zunächst nur in Deutschland produziert, eroberte der Käfer die Welt. Es entstanden Produktionsstätten in Brasilien und Mexico, später auch Südafrika. Auch in den USA erfreute sich der luftgekühlte Krabbler großer Beliebtheit, beetle time in USA. Der Käfer war in der Anschaffung verhältnismäßig günstig als Neuwagen. 1962 mußte man 4.980,-- D-Mark auf den Verkaufstresen des Freundlichen legen, um als stolzer VW-Besitzer vom Hof zu fahren.

Ende der 1960er Jahre verblaßte der Stern merklich. Es wurde nach Neuem gerufen. Der Käfer galt als veraltet, laut, langsam. 1972 versuchte VW, mit dem 1302 und 1303 mit 50-PS-Motor, ihrer Schräglenkerhinterachse und Federbeindämpfung des Vorderwagens den Käfer zu pimpen, doch der Motor galt als Hitzköpfchen, der zudem auch noch rechts durstig war. Schlechtes Timing mitten in der Ölkrise, als die Spritpreise eskalierten. 1974 rollte der erste Golf vom Band, der Käfer wurde vom Thron gestoßen und das mit Wucht. Der letzte in Deutshalnd produzierte Käfer verließ 1979 das VW-Werk in Emden. Seit dem kam er aus Mexiko, aber auch hier war bald Schluß. 1986 gab es offiziell das letzte Hossa für den Käfer-Import nach Europa. In den 1990ern importierten einige Lebensmittel-Discounter sehr zum Leidwesen von Volkswagen nochmal ein paar Mexikaner. Es gab ein kleines Beetle-Revival. Doch 2003 war dann mit dem Ultimá Edition endgülttig Schluß mit dem Käfer. Die Produktion wurde endgültig eingestellt. Im Herzen und etlichen Garagen seiner vielen Fans aber lebt er weiter. Sein Wert hat einen sagenhaften Höhenflug hinter sich. Ein guter Brezelkäfer ist unter 50.000,--€ nicht zu bekommen. Sonderaufbauten von z. B. Hebmüller oder Rometsch haben die 100.000er Grenze hinter sich gelassen. Selbst ein perforierter Rosthaufen südamerikanischer Herkunft geht nicht mehr unter 3.000,--€ weg. Lassen Sie uns gemeinsam den Käfer hegen und pflegen. Wir sind Ihnen gerne bei der Ersatzteilsuche behilflich. Damit er das macht, was er soll: laufen....und....


Wer sind wir?

Peter Ebeling

Peter Ebeling, Jahrgang 1938, ist von Geburt an mit dem Virus „Auto“ behaftet. Nachdem ihm 1953 die Lehre bei einem Lebensmittelgroßhändler so gar nicht schmecken wollte, wechselte er seinen Ausbildungsbetrieb und fuhr fortan mit dem Fahrrad über 30 km von der Heimatstadt Braunschweig zu Volkswagen nach Wolfsburg – tagtäglich, im Sommer wie auch im Winter.

Nach ersten Fahrversuchen auf Buckeltaunus und Champion dann 1963 der erste Käfer: nach dem Feierabend aus zwei Unfallfahrzeugen selbst zusammengebaut.

Der Traum wird wahr

Und somit begann etwas, was nur als Leidenschaft zu beschreiben ist und bis zum heutigen Tag anhält.

Die Liebe zum VW-Käfer 

Anfang der 1970er wurde der erste Brezelkäfer erworben, zehn Jahre später wartete dann ein Typ 87 (Typ 82 auf Allradbasis) auf eine langjährige Restaurierung. Irgendwann kam dann der Entschluß, das Hobby zum Beruf zu machen. Die Geschäftsräume befanden sich zunächst in Berlin-Neukölln im zweiten Hof der Thomasstrasse 53. Diese Adresse war nicht nur in Berlin, sondern auch im übrigen Bundesgebiet und sogar über dessen Grenzen hinaus eine bekannt, wenn es darum ging, ein seltenes Ersatzteil für den Uralt-Käfer zu ergattern. Etliche Käfer mussten zwangsläufig in der Thomasstraße ihr Leben lassen, da sie für einen Wiederaufbau für damalige Verhältnisse zu kaputt waren und ihre Teile als Organspende gebraucht wurden.

Heute werde nur noch wenige Fahrzeuge ausgeweidet, denn mittlerweile ist erstens das Angebot an Nachfertigungen enorm (frühe Modelle jetzt mal ausgenommen) und zweitens sind selbst Käfer von 1985 bereits Anwärter auf das begehrte H-Kennzeichen.


Die Jahrtausendwende

Nach einer Krebserkrankung  1997 hat Peter Ebeling seine Firma an seine Frau Carola übertragen, konnte aber nach Genesung wieder vollständig an seinen „Arbeitsplatz“ zurückkehren.

Bis vor ein paar Jahren noch fuhr Peter Ebeling zu den großen Oldtimer-Teilemärkten – zunächt als Käufer, später als Verkäufer.

Wenn es irgendwo eine Veranstaltung für alte VW gab, war Peter Ebeling dabei.

Carola Ebeling

Anfang der 1990er Jahre lernten sie sich kennen und schuld war natürlich: ein Käfer.

Carola ist Baujahr 1966, sie ist von Kindesbeinen an autobegeistert und lernte das Fahren auf einem uralten Trecker Baujahr 1956. Vielleicht gab das den Ausschlag für die Oldtimerliebe. Als es Mitte der 1980er darum ging, das erste Auto zu kaufen, verliebte sie sich nicht in einen Golf 1 oder Opel Kadett, sondern ihr Blick fiel beim Händler in die hinterste und dunkleste Ecke des Showrooms, denn da stand das Ojekt ihrer Begierde, ein völlig zugestaubter 63er Faltdachkäfer. Dieser war aber alles andere als ein treuer Begleiter, ein furchtbar verbasteltes Exemplar, alles an diesem Fahrzeug ging kaputt, jede Urlaubsfahrt wurde mit einem rollenden Ersatzteillager unternommen, was aber nie benötigt wurde, denn kaputt ging grundsätzlich das, was man daheim vergessen hatte. Unwillkürlich führte Carolas Weg eines Tages in die Thomasstrasse, wo ein energischer Mittfünfziger ihr innerhalb von fünf Minuten klar machte, dass sie einen rollenden Müllhaufen besitzen würde, der nicht einen Pfennig wert sei und überhaupt solle sie die Karre wegschmeißen und sich lieber einen Ovali besorgen, denn alles ab "Große Heckscheibe" ist minderwertiger Mist und dürfte gar kein "VW"-Zeichen mehr haben . Den rollenden Müllhaufen gibt es noch, Peter hat die Frau samt Schrotthaufen irgendwann geheiratet - angefaßt hat er das Auto allerdings nur im Notfall, denn der Wagen hat sich die Beleidigungen gemerkt und ihm bei den Reparaturen regelmäßig die Arschkarte gezeigt.

Peter und Carola haben lange Jahre die Firma zusammengeführt, Peter aktiv im Verkauf und Einkauf und Carola im Büro und in der Buchhaltung. Sie sind gemeinsam zu den Teilemärkten gefahren und haben zusammen Schlachtfahrzeuge geholt und zerlegt. Doch nun muss sich Peter mehr und mehr aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen. Er freut sich, dass er mit Carola jemanden gefunden hat, der sein Lebenswerk gerne weiter führt.

Der erste Umzug

Nach vielen Jahrzehnten dann 2004 der Umzug nach Berlin-Oberschöneweide – man brauchte Platz und hier hat man ihn! Gleichzeitig hielt auch das Internet Einzug, was - im Nachhinein betrachtet- größere Veränderungen mit sich brachte, als ein Umzug.

So waren wir jetzt weniger auf Teilemärkten zu finden, als im Netz! Denn auch das Kaufverhalten unserer Kunden hat sich durch das Internet verändert.

Was bleibt, ist das Wissen rund um den Käfer und seine Verwandten. Das kann weder der Computer, noch das Interent ersetzen. So wie den Käfer selbst - was kann ihn ersetzen?

Der zweite Umzug

Man wird nicht jünger - das große Grundstück wurde zu pflegeintensiv und vor allem zu teuer. In Berlin explodieren die Immobilienpreise, auch für Gewerbetreibende. Das wußte auch unser Vermieter und hat uns die Miete in den letzten sechs Jahren um 80 % erhöht.

2017 haben wir nach langer Suche einen Kompromiss geschlossen: Weniger Fläche, weniger Miete. Ein entsprechendes Objekt haben wir in der Rennbahngemeinde Hoppegarten gefunden. Aus 400 qm Lagerfläche wurden 240 qm. Vieles, was wir schon  aus der Thomasstrasse mitgebracht haben, ging in den Schrott. Auch haben wir uns von einigen Fahrzeugen trennen müssen.

Das hat wehgetan, aber letztendlich war es wohl eine richtige Entscheidung, denn ins allerletzte Domizil kann man bekanntlich nichts mitnehmen.

Wie wird es weiter gehen?

Seit einigen Jahren betreiben wir auch einen Onlineshop. Schwerpunktmäßig werden wir Esatzteile für Fahrzeuge vor August 1965 anbieten, aber im Laufe der nächsten Zeit halten auch VEWIB-Ersatzteile modernerer Käfer in unserem Onlineshop Einzug. Auch wollen wir in Zukunft verstärkt aufgearbeitete Ersatzteile anbieten (z.B. Lichtmaschinen, Starter, Tachometer usw.), da Reproduktionen in ihrer Qualität nicht überzeugend sind.

Ende 2018 erkrankte Peter Ebeling sehr schwer an einer Blutvergiftung. Er lag mehrere Monate im Krankenhaus, hat etliche Rehamaßnahmen antreten müssen und ist auch heute noch nicht wieder vollständig genesen. Er hat sein 8. Jahrzehnt angetreten, ob er wieder vollständig seine Aufgaben übernehmen kann, ist unwahrscheinlich. Im Frühjahr 2020 erfolgten mehrere Operationen, auch diese steckte er nicht so ohne weiteres weg. Sein Kopf macht nicht mehr richtig mit, der Rücken schmerzt. 

Das Geschäft hat nun die Frau übernommen, doch da diese noch anderweitig berufstätig ist und Peter auch noch in einigen Dingen des Alltags ihre   Unterstützung benötigt, mußten wir unsere Tätigkeit in unserem kleinen Betrieb stark einschränken. 

Wir haben auch nach einem Nachfolger gesucht, doch wie in vielen Branchen ist es auch hier schwer, jemanden zu finden.Vor allem jemanden, der darin nicht nur den Sinn des Geldmachens sieht, sondern der es aus Leidenschaft zum Käfer weiterführt.

Letztendlich haben wir uns dazu entschlossen, alleine weiter zu machen, solange es geht und wir einen guten Platz für unseren kleinen Betrieb haben, der uns kostenmäßig nicht auffrißt. Es ist ein schöner "Beruf", ein interessanter "Beruf

In unserem Laden sowie auf Anfrage per Telefon oder E-mail führen wir nach wie vor Teile für alle Baujahre, oft auch als gutes Gebrauchtteil. Wir freuen uns auf Euch!

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