Am 16.10.2026 werden wir unser langgeführtes Geschäft in andere Hände geben. Wir verabschieden uns damit und sagen Danke an unsere Kunden und Danke an unsere Lieferanten für eine tolle Zusammenarbeit. Weniger förmlich: Wir haben unendlich viele interessante Käferverrückte kennen lernen dürfen. Mit unserem Ersatzteilhandel verband uns nicht nur das Ziel, Umsatz zu erwirtschaften, sondern es war und ist ein Herzensprojekt, welches bei Peter und bei mir aus Liebe zum Käfer durchgeführt wurde. 1975 von Peter mit Gelegenheitsverkäufen in der Thomasstr. in Berlin begonnen, 1989 hat er sein Geschäft offiziell angemeldet und endend jetzt in Hoppegarten. Ein paar Gründe möchten wir Euch nennen: Die Kosten, die so ein Betrieb auch verursacht, standen schlussendlich in keiner Relation mehr zum Umsatz. Da mußte leider der Kopf das Herz überreden. Für mich als Einzelkämpferin nach Peters Rückzug aus gesundheitlichen Gründen war auch einfach nicht genug Zeit vorhanden, unser kleines Geschäft so zu betreiben, wie es hätte sein müssen. Das heißt: Jeden Tag anwesend sein, telefonisch und persönlich. Das ging schon aus Gründen meiner Hauptberufstätigkeit nicht und Peter braucht mich zu Hause mehr als nötig. Gerne hätte ich einen Mitstreiter mit ins Boot genommen. Es gab leider keinen. Dann möchte ich auch nicht unerwähnt lassen, dass ständig neue EU-Vorgaben bezüglich des Betreibens meines Onlineshops auch viel Ressourcen und auch Geld gekostet haben, nicht zu vergessen die Werbekampagnen auf Google und den sozialen Medien, die auch viel Einsatz und Geld gekostet haben. Das ist fast wie eine zweite Miete. Große Superplayer haben dafür eine eigene Abteilung und auch das entsprechende Budget. Kleine eben nicht. Das Tüpfelchen auf dem I war dann aber das Inkrafttreten der Verpackungsverordnung, die mich im Sommer dazu gezwungen hat, die Lieferungen innerhalb der EU einzustellen. 

Jetzt haben wir noch zum Abschluss ein paar Impressionen aus mehr als 50 Jahren Peter Ebeling, angefangen in der Thomassstr. in Berlin Neukölln über unsere 15 Jahre in der Wilhelminenhofstr. in Berlin-Oberschöneweide bis 9 Jahre Hoppegarten. Viel Spaß beim Ansehen:

Thomasstrasse 53 in Berlin-Neukölln, bis 2003/2004 der Anlaufpunkt für VW-Veteranenfreunde aus ganz Deutschland und vielen anderen Ländern. Selbst aus Bolivien, Japan, den USA, Brasilien kamen Käferfreunde zu Peter in den 2. Hof

Wenn man von der Straße in den 1. Hof trat, konnte man unweigerlich erkennen, dass es hier sehr luftgekühlt zuging.

Analoge Aufnahme aus den 1990ern von Peter in "Opas Wohnung", dem Teilelager in einer ehemaligen Wohnung, in der bei Peters Einzug 1975 ein sehr alter Mann lebte. Bestehend aus zwei ofengeheizten Räumen, von denen einer das Schlafzimmer war und der andere die Küche inklusive der Kochmaschine. Wenn Opa auf die Toilette musste, ging es in die Durchfahrt zum 1. Hof. Neben dem Tor zum ersten Hof befand sich die Toilette. Nachdem der alte Mann gestorben ist, mietete Peter die Wohnung als Lager.

Teile in Opas  Wohnung. Viel Masse auf kleiner Fläche.

Open Air Werkstatt im 2. Hof. Links sieht man den Käfer in der Durchfahrt zum 1. Hof, daneben Fenster von Opas Wohnung. Später hat Peter da eine Tür eingebaut, so dass er nicht immer von der Durchfahrt aus in das Lager mußte.

Schlachtfest im 2. Hof. Es war Anfang der 1980er Jahre. Was heute als Waldfund wieder zum Laufen gebracht wird, wurde zu der Zeit noch gnadenlos zerlegt. Nicht vergessen: Die Oldtimerteile-Industrie gab es zu der Zeit nicht. Käferteile waren beim Freundlichen auch nicht mehr ohne weiteres in Hülle und Fülle erhältlich. Für den Mex ja, auch für die Modelle ab 68 . Für die Ovali aber wurde es bereits schwierig und da kam dann Peter der Schlächter ins Spiel. Was nicht kaputt war, wurde eingelagert. Der Rest wurde zerschnitten und ging in den Schrott.

Unser Zwitter anläßlich der "Hochzeit" auf der Hebebühne in der Werkstatt. Die Werkstatt war einst die Remise im zweiten Hof. Sie bestand aus ca. 100 qm Gesamtfläche mit einem kleinen Nebenraum, der als Büro benutzt wurde.

2004 verließen wir die Thomasstrasse und zogen nach Oberschöneweide in die Wilhelminenhofstr. 12. Den Umzug hat Peter allein durchgezogen. Jeden Abend knallte er sich den Kombi und den Anhänger voll und fuhr von Neukölln nach Oberschweineöde. Dann räumte er noch aus. Das ging über mehrere Monate! Peter war damals bereits Mitte 60. Das Foto wurde im Januar 2005 aufgenommen. Die Überdachung hinten rechts fehlte noch.

 

Während unser altes Büro in der Thomasstr. ein 4 qm großes Kabuff war, konnten wir an unserer neuen Adresse endlich auch mal etwas präsentieren. Hier seht Ihr unseren schönen Verkaufsschrank mit ein paar ansehnlichen Raritäten. Zwei Stück von diesen Schränken standen davon bei uns im Büro.

Wesentlich größer war auch unser Lager in der Wilheminenhofstr. Alles war ebenerdig, Peter brauchte keine Leiter, um die Teile von oben aus dem Regal zu ziehen. Auf Raumhöhe war man nicht angewiesen.

Es gab auch einen großen Werkstattraum mit Platz für zwei Hebebühnen. Anfangs hat Peter auch hier noch geschlachtet. Aber die Zeit, in der uns der ADAC-Mann mehrmals im Monat Käfer brachte, die in irgendeiner Sammelgarage ungeliebt vor sich hinstarben, war langsam vorüber. Die Modelle 1302 und 1303 hatten bereits Oldtimerstatus. Es wurde aufgebaut, auch wenn es ein wirtschaftlicher Totalschaden war. Denn das Hauptproblem der "neuen" Alten war der Rost. Zum Glück spielt bei der echten Liebe zum Käfer die schnöde Wirtschaftlichkeit keine Hauptrolle. 

Ein Kundenfahrzeug parkt auf dem Hof. Das war unser Pluspunkt in der Wilhelminenhofstr. Der geliebte Luftgekühlte fand einen Platz direkt vor der Tür. Allerdings nur, wenn er auf "Normalhöhe" war. Fahrzeuge mit tiefergelegtem Fahrwerk hatten Probleme in der Einfahrt, denn der Weg war  etwas abschüssig und wenn man zuviel Dampf drauf hatte, setzte der Käfer vorne gnadenlos auf. Außerdem: wer Peter kannte, der wußte auch, dass er mit Käfern, die in der Höhe abweichend der Norm waren, auf Kriegsfuß stand und dies auch eindrücklich kund tat. So mancher nutzte dann doch lieber den Netto-Parkplatz gegenüber ;)

 

Katzen gehörten in der Wilhelminenhofstr. immer zum Betriebsinventar. Bereits in der Thomasstr. entschloss sich unser Mäuzchen dazu, uns zukünftig als persönlichen Dosenöffner einzustellen. Als Belohnung gab es für uns weggefuttertes Frühstück, einen verwüsteten Schreibtisch und eine Portion Geschnurr und Gebrumm und endlose Schmusestunden. Dazu gesellte sich bald der behäbige Erich, dessen Lieblingsplatz im Sommer die Waschbecken im Duschraum waren. Und zum Schluss zog dann noch ein zartes Langhaarkaterchen bei uns ein. 

Selbstverständlich war unser Firmenauto für die Fahrten in der Stadt ein Käfer. Und zwar handelte es sich um einen 1200 A, 65er Modell, der letzte mit Bundbolzenachse. Hier steht er vor dem ehemaligen VW-Autohaus Eduard Winter in der Berliner Albrechtstrasse in Steglitz. Da ist heute Bio Company drin. Zeiten ändern sich.

Anfang 2018 eröffneten wir dann unser neues Domizil in Hoppegarten bei Berlin. In Oberschöneweide hat nämlich 2012 der Grundstücksbesitzer gewechselt und der Neue wollte bauen. Der machte uns ziemlich unverständlich klar, dass es langfristig für uns da keine Zukunft gibt und er eigentlich nur die Baugenehmigung beantragen muss, dann wäre das Geschichte. In Berlin dauert sowas unter anderem mehrere Jahre. Diese Jahre hat der Neubesitzer sich dann von uns finanzieren lassen, indem er alle zwei Jahre bei uns aufkreuzte, uns wissen ließ, dass wir nur geduldet wären und diese Duldung immer 200,00 € mehr an Mietzahlung pro Monat bedeuten würde. Für uns dann keine Basis mehr. Also, wieder Umzug. 

Unsere neue und letzte Bleibe besteht aus einer 240 qm großen Halle und einem Mobilheim als Büro. Peter war das erste Dreivierteljahr noch mit von der Partie, bis er Ende 2018 so schwer erkrankte, dass er sich anschließend zurückziehen mußte und nur noch selten mit ins Geschäft kommen konnte. 

Das war nun unser neues Lager und Stellplatz für unsere geliebten Oldies. In unserer Hall steht unser Zwitter, inzwischen auch das Baur-Cabrio, Peters Kübel und mein alter Audi. Alles andere hat uns mittlerweile verlassen. Auch unsere grüne Schrankwand, der T3, ist ausgezogen.

Peter verabschiedet sich von seinem roten 68er. Der sollte eigentlich Nachfolger vom 1200A werden, der schon vor einigen Jahren uns verlassen mußte.

Ein zufriedener Käferfreund fährt mit den gewünschten Ersatzteilen davon.

Er und hoffentlich auch Ihr werden uns vielleicht in guter Erinnerung behalten. Unsere noch immer umfangreiche Ersatzteilesammlung und unsere Homepage samt Shop wandern am 16.10.2026 ins schöne Niedersachsen zu den Behlings aus Sottrum. Wir sind überzeugt, dass unser Lebenswerk in gute Hände gelangt ist.

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